Das Jahr geht zuende. Und eigentlich gehen einem die ganzen Jahresrückblicke in den verschiedenen Medien schon ziemlich auf den Senkel. Aber irgendwie schwelgt man doch auch ab und an ganz gerne in Erinnerungen. Und somit möchte ich auch gerne ein bißchen Bilanz ziehen.
Von meinen Vorsätzen ist mal wieder erschreckend wenig umgesetzt worden. Und das obwohl ich dieses Jahr eigentlich darauf geachtet hatte mir nicht allzu schwere Sachen vorzunehmen.
Meine Vorsätze für 2008:
- mindestens 2 Lieder aufnehmen und dann endlich meinen Gutschein von vor zwei Jahren einlösen und mir eine Platte mit eigenen Liedern pressen lassen. - Ich habe ein Lied halbfertig aufgenommen und damit hatte sich das Platte pressen lassen auch wieder aufgrund von Materialmangel erledigt.
- mindestens ein Kurzfilmprojekt fertig bringen. - Auch hier habe ich, statt eins der alten fertig zu machen (was aber eigentlich auch nicht wirklich erstrebenswert ist) ein neues Projekt angefangen, dass auf Vervollständigung wartet. Dafür habe ich ein gutes Gefühl was das neue Projekt angeht!
- eine große Reise unternehmen. – Immerhin etwas. Aber bei diesem Vorhaben muss ich ehrlich gestehen, dass es schon absehbar war, dass wir in die USA fahren würden, als ich diesen Vorsatz gefasst habe.
- einen Tandem-Fallschirmsprung machen. - Das habe ich bislang nicht geschafft. Immer wenn ich dran gedacht habe, hatte ich entweder keine Zeit oder kein Geld. Aber jetzt habe ich immerhin mal den Gutschein bestellt.
- meine Zwischenprüfungen bestehen – Eine habe ich bestanden. Die andere noch ein Semester weiter verschoben.
- ein Treffen vom Kinderladen organisieren – Letztes Silvester traf ich betrunkenerweise einen alten Freund aus Kinderladentagen und lies mich zu dem Versprechen verleiten ein Treffen in diesem Jahr zu organisieren.
- morgens nur noch einmal auf die Schlummertaste drücken (beim zweiten Klingeln aufstehen) – Immerhin, in den ersten Monaten klappte das gar nicht mal so schlecht. Aber Selbstdisziplin ist nunmal nicht meine größte Stärke.
- Gesangsunterricht nehmen – Das habe ich immerhin geschafft. Ich habe zwar nicht, wie ich eigentlich wollte, im Frühling, sondern erst im Spätherbst angefangen, aber immerhin.
- regelmäßiger Sport machen – Auch dieses Vorhaben sehe ich als gelungen an. Das liegt aber zum großen Teil auch daran, dass ich 2007 fast gar keinen Sport gemacht habe, und somit die Steigerung nicht schwer fiel.
Meine neuen Vorsätze für 2009 lauten also:
- Fertig machen, was unfertig geblieben ist
- Schauspielerisch tätig werden - Der Statistenjob und ein kleiner Aushilfepart in einem Stück von ambitionierten Jungregisseur haben meine Leidenschaft wieder voll entfacht. Und 2009 soll auf jeden Fall wieder viel passieren in künstlerischer Hinsicht!
- Ein bißchen weniger träumen, ein bißchen mehr Träume verwirklichen (RIP Randy Pausch)
Lieblingslisten
Alben
01. Jamie Lidell – Jim

Mit Supermarkt-Überwachung hat dieser Mann zum Glück nichts zu tun. Dafür umso mehr mit geiler Musik. Es handelt sich wirklich um ein, wie er selbst sagt, feel-good-Album. Für mich das Album des Jahres!
02. Udo Lindenberg – Stark wie zwei – Das Comeback des Jahres ist wohl untertrieben. Selbst ich als Fan von Kindesbeinen an, hätte wohl nicht erhoffen können, dass das neue Album derart einschlagen würde. Ein Erfolg dem ich dem Meister natürlich vom ganzen Herzen gönne. Und für mich ist ja dieses Jahr auch ein kleiner Traum war geworden, dadurch dass ich in einem seiner Videos mitspielen durfte. Definitiv eines der schönsten Erlebnisse 2008!
03. Jim Pansen – Und die verbotene Frucht – Echt, jetzt? Yo, der Drummer von der Band “Echt” ist Rapper. Wer hätte das gedacht. Und kein schlechter. Natürlich ist das so eine Sache mit der Streetcredibility, wenn man in einer Teenie-Band war. Aber was solls. Hauptsache die Mucke ist cool.
04. Estelle – Shine – Ein wirklich cooles Album, dass wir in den USA rauf und runter gehört haben. Mir gings zwar irgendwann etwas auf die Nerven, aber die schönste Frau der Welt war nicht davon abzubringen es immer wieder und wieder hören zu wollen!
05. Kanye West – 808s and Heartbreak – Der größte Fan dieses Album ist natürlich wieder einmal Herr West selbst. Aber irgendwie hat es doch tatsächlich auch etwas bewundernswertes, wenn sich jemand entschließt, statt einfach seine erfolgreiche Schiene weiter zu fahren, einen anderen Weg einzuschlagen. Natürlich ist dieses Konzeptalbum auch auf Massenpopularität angelegt, aber eben trotzdem ein größeres Risiko, als einfach ein neues Rapalbum es gewesen wäre (ich schreibe bewusst nicht HipHop-Album, denn das ist es meiner Meinung nach). Außerdem habe ich allgemein eine Vorliebe für Konzeptalben (auch wenn Kanye West geschummelt hat und nur die Sounds vom Roland 808 gesampelt und mit einem 909 gearbeitet hat!).
Seltsam aber unterhaltsam 2008
1. Liechtenstein & Kasar – Du kommst hier den Gang lang – Siehe dazu den Eintrag vom 5.11.
2. Lil’ Wayne – Ms. Officer – “Wee Ooh Wee Ooh Wee, Wee Ooh Wee Ooh Wee – Like a CopCar” Unser Amerika-Auffenthalt-Soundtrack.
3. Lützenkirchen – 3 Tage Wach – “Auf geht’s, ab geht’s, drei Tage wach” Dazu der Eintrag vom 31.05.
4. Alemuel – Kleiner Hai – Youtube bringt immer mal seltsame One-Hit-Wonder hervor. Das Rätsel was dieses Mädchen genommen hatte, als sie auf dieses Lied kam, ist meines Wissens bis heute ungeklärt.
5. Alexander Marcus – Papaya – Noch ein Beweis für die Macht von youtube. Aus Scheiße Gold machen ist doch super.
Filme:
1. The Dark Knight

Zugegeben, in letzter gab es soviele Superheldenfilme, dass sie einem fast so sehr aus dem Hals hängen wie sprechende Tiere in Disney oder Pixarfilmen. Aber dieser Film war wirklich etwas Besonderes. Und das hat nicht nur mit dem Tod von Heath Ledger zu tun. Schon Batman Begins war eine solch angenehme Frischzellenkur für den dunklen Ritter, nachdem vorher Joel Schumacher, Jim Carrey, George Clooney, Arnold Schwarzenegger und co es geschafft hatten den Helden tatsächlich noch lächerlicher aussehen zu lassen, als in der 60ger Kultserie mit Adam West. Die Filme von Tim Burton habe ich immer geliebt und nie erwartet, dass man es nochmal so gut machen könnte. Aber Christopher Nolan hat es geschafft. Nicht indem er die Burton Filme kopiert hat, sondern er hat seinen ganz eigenen Stil reingebracht. Und das für mich wichtigste an der Batmanfigur wieder hervorgehoben – das Dunkle. Der beste Film des Jahres, und der beste Film seit langer Zeit!
2. Juno – Der Überraschungsfilm des Jahres. Die Story klingt so langweilig nach Klischeeteeniedrama, dass man eigentlich nur verstört gucken kann, wenn jemand diesen Film empfiehlt. Aber er ist großartig. Vorallem dank der Hauptdarstellerin Ellen Page.
3. Brügge sehen und sterben – “Brügge? Ist das nicht in Belgien?” Ich fänds schön, wenn es einen vergleichbaren Film gebe, der in Hannover spielt! Eine Liebeserklärung der besonderen Art. Und ein sehr unterhaltsamer, lustiger Film.
4. Schmetterling und Taucherglocke – Ein sehr bewegender Film, der es schafft einem schweren Thema eine Leichtigkeit zu geben, ohne dass man das Gefühl bekommt es wäre deplaziert.
5. Willkommen bei den Sch’Tis
Persönlichkeiten:
1. Barack Obama – Ich habe wirklich jeden Tag nachgeschaut was für Neuigkeiten es im amerikanischen Wahlkampf gibt. Unglaublich wie einnehmend dieser Mann ist. Einen so charismatischen Politiker gab es seit Nelson Mandela meiner Meinung nach nicht mehr.
2. Randy Pausch – Eine große Inspiration. Nicht nur in der Art wie man mit dem Tod, sondern vorallem auch wie man mit dem Leben umgehen kann.
3. Isaac Hayes – Der Größte! Dazu der Eintrag vom 12.08.
4. Ralf Rangnick – Der TSG Hoffenheim ist Herbstmeister. Wahnsinn. Natürlich kann man viel über das Geld vom SAP-Chef Dietmar Hopp in diesem Zusammenhang sprechen. Aber ein Erfolg lässt sich nur einkaufen, wenn man auch weiß, was man kaufen muss, um Erfolg zu haben. Und Ralf Rangnick ist vielleicht nicht der einfachste, dafür aber wohl der unterschätzteste Fussballlehrer Deutschlands. Er hat Hannover in die erste Liga gebracht und dort etabliert, war auf Schalke tierisch erfolgreich, und trotzdem wurde er bei beiden Vereinen unehrenhaft entlassen.
5. Heath Ledger – Vor diesem Jahr hatte ich den Namen vielleicht schonmal gehört, aber viel wusste ich mit ihm nicht anzufangen. Der schwule Cowboy aus Brokeback Mountain wäre mir vielleicht durch den Kopf geschossen. Und ich war eigentlich wenig begeistert als ich gehört habe, dass er den Joker spielen soll, weil mir das Gerücht gefiel, dass Michael Keaton (der Batman aus den Tim Burton Filmen) dafür vorgesehen sei. Aber Hype um seinen Tod hin oder her, er ist einfach unglaublich in diesem Film. Und wenn man jetzt auch so auf seine Rollen der Vergangenheit zurückblickt, muss man sagen, dass er eigentlich schon immer ein ziemlich guter Schauspieler war.